Allgemeine Informationen über Tschechien

Tschechien oder Tschechische Republik (tschechisch: Česko oder Česká republika)

Tschechien (veraltet auch Tschechei) liegt in Mitteleuropa. Das Land grenzt im Westen und Nordwesten an Deutschland (Bayern bzw. Sachsen, insgesamt 810 km), im Norden/Nordosten an Polen (762 km), im Südosten an die Slowakei (252 km) und im Süden an Österreich (466 km).

Als Folge der im Herbst 1992 friedlich beschlossenen und einvernehmlich verabschiedeten Auflösung der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik (ČSFR) - vormals kommunistische Tschechoslowakei - wurden am 1. Januar 1993 zwei autonome Staaten, die Tschechische und die Slowakische Republik konstituiert.

Mit einer durchschnittlichen Siedlungsdichte von 130 Einwohnern/km² gehört Tschechien zu den dichter bevölkerten Ländern Europas, wobei große regionale Differenzen bestehen. Am stärksten sind die Hauptstadtregion und die Industrieregionen, Nord- und Südmähren um Ostrava (Ostrau) bzw. Brno (Brünn), Nordböhmen um Ústí nad Labem und das Bezirk Zlín, am schwächsten Südwestböhmen (Böhmerwald, Grenzgebiet zu Bayern) besiedelt.
 

Übersicht

Fläche: 78.864 km²
Einwohner: 10,3 Millionen
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner/km²
Bevölkerung: 90,4 % Tschechen (Böhmer), der Rest ca. 3,8 % Mährer, 1,9 % Slowaken, 0,4 % Deutsche, 0,1 % Roma (nach inoffiziellen Schätzungen leben rund 300.000 Roma in Tschechien), 0,1 % Schlesier, 3% andere Nationalitäten (Polen, Ungarn, Russen, Ukrainer, Vietnamesen)
Hauptstadt: Praha (Prag)
Verwaltungsgliederung: 13 Bezirke + Hauptstadt
Amtsprache: Tschechisch
Währung: 1 Koruna česká / Kč (Tschechische Krone) = 100 Haléřů / h (Heller)
Zeitzone: MEZ

Politik

Tschechien ist eine Parlamentarische Demokratie mit Zweikammerparlament (Abgeordnetenhaus und Senat) und marktwirtschaftlicher Ordnung.
 

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Ende 2002 wurden auf dem EU-Gipfel in Kopenhagen die Beitrittsverhandlungen besiegelt, die Tschechische Republik wurde zum 1.05.2004 in die Europäische Union aufgenommen und ist Mitglied des Europarats. Weitere Mitgliedschaften in internationalen Organisationen, u.a. CEFTA, CEI, NATO, OECD, OSZE, UNO und Sonderorganisationen (außer IFAD), WTO.
 

Verwaltung

Nach der 1997 vollendeten Verwaltungsreform gliedert sich die Tschechische Republik in 14 Regionen, die Hauptstadt und 13 Bezirke (kraje).
 

Bezirk

Fläche
(in km²)
 

Einwohner
(in 1.000)
 

Einwohner
(je km²)
 

Hauptstadt

Jihočeský
(Südböhmischer Bezirk)

10.057

628

62

České Budějovice
(Budweis)

Jihomoravský
(Südmährischer Bezirk)

7.062

1.130

160

Brno
(Brünn)

Karlovarský
 

3.315

304

92

Karlovy Vary
(Karlsbad)

Královéhradecký
 

4.758

548

115

Hradec Králové
(Königgrätz)

Liberecký
 

3.163

429

136

Liberec
(Reichenberg)

Moravskoslezský
(Mährisch-Schlesischer Bezirk)

5.554

1.251

225

Ostrava
(Ostrau)

Olomoucký
 

5.139

639

124

Olomouc
(Olmütz)

Pardubický
 

4.518

506

112

Pardubice
(Pardubitz)

Plzeňský
 

7.561

552

73

Plzeň
(Pilsen)

Praha (Hlavní město Praha)
Prag

496

1.182

2.382

Praha
(Prag)

Středočeský
(Mittelböhmischer Bezirk)

11.013

1.158

104

Praha
(Prag)

Ústecký
 

5.334

823

154

Ústí nad Labem
(Aussig an der Elbe)

Vysočina
 

6.925

511

74

Jihlava
(Iglau)

Zlínský
 

3.964

590

149

Zlín

Größte Städte

Einwohner
(in 1.000)
 

Praha
(Prag)

1.182

Brno
(Brünn)

367

Ostrava
(Ostrau)

338

Plzeň
(Pilsen)

178

Olomouc
(Olmütz)

102

Liberec
(Reichenberg)

97

České Budějovice
(Budweis)

95

Hradec Králové
(Königgrätz)

95

Ústí nad Labem
(Aussig an der Elbe)

94

Pardubice
(Pardubitz)

88

Havířov
 

83

Zlín
(Gottwaldov)

80

Kladno
 

69

Most
(Brüx)

68

Karviná
(Karwin)

63

Frýdek-Místek
(Friedeck-Mistek)

60

Opava
(Troppau)

60

Děčín
(Tetschen-Bodenbach)

52

Karlovy Vary
(Karlsbad)

52

Teplice
(Teplitz)

51


Gerundete Einwohnerzahlen und Flächenangaben lt. letzten amtlichen Statistiken und Eigenangaben der Städte bzw. Verwaltungseinheiten, i.d.R. ohne Ballungsräume. Bei der Abgrenzung von Agglomerationen wurden auch inoffizielle Informationen und eigene Berechnungen zu Grunde gelegt. Die Daten können eventuell eine divergierende Aktualität und Genauigkeit darbieten.

 

Wirtschaft

Die Privatisierung der Staatsunternehmen und der Übergang zur Marktwirtschaft wurden bereits Ende 1989 eingeleitet. Nicht zuletzt deshalb gehörte Tschechien zu den ersten Transformationsländern Mittel- und Osteuropas, welche die Umstellung der Wirtschaftsordnung am rasantesten bewerkstelligt haben.

In der Tschechischen Republik sind traditionell die industriellen Komponenten des verarbeitenden Gewerbes, allen voran der Automobilbau, gefolgt von dem Maschinenbau, den Herstellern von Glas- und Keramikerzeugnissen, der Textil- und Modebranche sowie der Nahrungs- und Genussmittelindustrie mit ihren weltberühmten Brauereien, angesiedelt. Immer mehr an Bedeutung gewinnen der Wirtschaftsdienstleistungssektor sowie das Baugewerbe und der Handel.

Ausländische Unternehmen schätzen den Standort Tschechien wegen der europäischen Zentrallage sowie der gut funktionierenden Infrastruktur und des qualifizierten Arbeitskräfteangebots. Neben der Slowakei verzeichnet die tschechische Wirtschaft die höchsten Wachstumsraten im Mittel und Osteuropa. Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Außenhandelspartner Tschechiens - sowohl beim Im- und als auch Export.
 

Medien

Tageszeitungen:
Blesk (Boulevardzeitung), Mladá fronta DNES, Lidové noviny (vormals illegale Zeitung der Dissidenten), Právo (früheres Parteiorgan der KP), Sport (Sportblatt), České noviny, Britské listy, Deník Bohemia, Deník Moravia, Večerník Praha, Slovo, sowie Metro, 24 hodin (Gratisblätter im Raum Prag), Metropolitni expres.

Wochenblätter:
Nedělní Blesk, Nedělní Svět, Nedělní Sport.

Wirtschaftszeitungen:
Hospodářské noviny, Ekonom.

Zeitschriften/Magazine:
Týden, Reflex, Respekt, Veľká Epocha (tschechisch-slowakische Ausgabe des Nachrichtenmagazins Epoch Times).

Nachrichtenagenturen:
Česká tisková kancelář (ČTK, 1992 aus der früheren staatlichen tschechoslowakischen Agentur hervorgegangen).

Fernsehen:
Öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt Česká televize mit landesweiter Verbreitung der Programme ČT1 (Hauptkanal) und ČT2 (überwiegend Kultur und Filme), drei digital zu empfangenden Kanälen, ČT24 (Nachrichtenprogramm) sowie ČT4 SPORT (Sportkanal) und der Parlamentssender 24cz; die privatrechtlich-kommerziellen Fernsehsender TV NOVA (seit 1994) und TV Prima (Unterhaltung, Filme), der moderne Musikkanal Óčko sowie diverse private Regionalsender.

Hörfunk:
Öffentlich-rechtliche Hörfunkanstalt Český rozhlas (ČRo) strahlt acht landesweite Radioprogramme, diverse Regionalprogramme und das Auslandsprogramm (auch über das Internet) Radio Prag aus; private landesweite Radiosender, Rádio Impuls, Evropa 2 (Jugendsender) und Frekvence 1, rund 60 regionale Radiostationen, u.a. Rádio Kiss, AZ Rádio, Rádio 1, Eldorádio, Rádio City, Faktor, Rádio Gold und Rádio Info, internationale Sender Radio Free Europe / Radio Liberty (RFE/RL) mit einem Programmangebot vielen Sprachen.
 

Quellen:

Český statistický úřad / ČSÚ (Tschechisches Statistikamt), CIA The World Factbook, The Europa World Year Book, Auswärtiges Amt, bfai, Wikipedia, eigene Datenquellen
 

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